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Recruiting-Probleme sind meistens hausgemacht – Hilfe zur Selbsthilfe

Dass die digitale Revolution in unseren Breitengraden inzwischen in vollem Gange ist, dürfte längst kein Geheimnis mehr sein. Ebenso offensichtlich ist der demographische Wandel, der sich mit dem Eintritt der sog. Generation Y in die Arbeitswelt nun endgültig manifestiert hat. Die Bedeutung dieser Facetten und ihre Wechselwirkung ist jedoch bei weitem nicht bei allen Recruiting-Verantwortlichen aus Fach & Personal angekommen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Unternehmen sich Goldkandidaten rauspicken und nach Belieben ersetzen konnten. Aktueller denn je bestimmen Themen wie Employer Branding und ein effektives Bewerbermanagement das Recruiting auf allen Mitarbeiterebenen. Zu oft werden zentrale Punkte innerhalb des Bewerbungsprozesses ignoriert und somit die Chance vertan, wertvolles Potenzial dazu zu gewinnen oder langfristig zu binden.

Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Arbeitnehmer wie -geber im Jahre 2017 darauf getrimmt sind, Informationen per Knopfdruck und in Sekundenschnelle zur Hand zu haben, scheint es doch sehr befremdlich, dass Einstellungsprozesse mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate beanspruchen sollen.

Auf einer Strecke, in der talentierte Mitarbeiter über Sieg oder Niederlage entscheiden, kann sich kein Unternehmen erlauben, den Startschuss zu überhören und interessierte Kandidaten unnötig hinzuhalten. Welche Hürden, Stolpersteine und unbeschriebenen Gesetze gilt es also im Rahmen des Bewerbungsprozesses zu beachten?

Die Loyalität von Mitarbeitern formt sich nicht erst bei Arbeitseintritt sondern schon im Bewerbungsprozess

Laut einer Studie von Softgarden aus dem Jahr 2016 (3500 Befragte) fühlt sich ein Großteil von Bewerbern aber gerade in dieser äußerst sensiblen Phase unangemessen und respektlos behandelt. Es gilt hier von Unternehmensseite einen längst überfälligen Perspektivenwechsel einzunehmen und eine Bewerbung als das anzuerkennen, was sie tatsächlich darstellt – ein Angebot zur Zusammenarbeit. Fernab von Anbiederung begegnen Bewerber zukünftigen Vorgesetzten in der Regel mit angebrachter Wertschätzung. Diese sollte – von der Administration bis hin zu den C-Levels – ausnahmslos erwidert werden.

Die Anwesenheit von Entscheidungsträgern in einem Gespräch zeugt nicht nur von einer großen Wertschätzung, sondern kann den entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil im Rennen bringen. Sollten die formalen Prozessschritte eines Angebots, wie z.B. der Weg durch den Betriebsrat, sich länger ziehen, ist der Arbeitgeber gut beraten, dem Kandidaten im Zuge einer klaren Kommunikation die Schritte zu erläutern. Im Zeitfenster zwischen der mündlichen Zusage und des unterschriftsreifen Vertragsentwurfs durchlebt ein Kandidat unterschiedliche emotionale Befindlichkeiten und kommt nicht selten ins Grübeln, warum das mit der schriftlichen Ausarbeitung so lange dauert.

Wir raten Arbeitgebern das Momentum unbedingt hoch zu halten, also auch einmal den Hörer in die Hand nehmen und dem Kandidaten ein kurzes Update zum Prozess zu geben. Besondere Gegebenheiten, wie z.B. die Geburt des ersten Kindes sind willkommene Möglichkeiten, sich von anderen Konkurrenten abzuheben. Unsere Empfehlung: hören Sie gut zu, gibt es vielleicht einen Wein, eine kulinarische Vorliebe oder ein kleines Detail mit dem Sie emotional punkten können, auch wenn der Prozess mal länger dauern sollte. Im Idealfall übernimmt ein Personalberater zusätzlich oder gleichzeitig ein professionelles Erwartungsmanagement.

Zeit ist Geld – allerdings auf beiden Seiten

Top Unternehmen wissen, was sie wollen und wie sie dorthin kommen. Gerade in einem Markt voller Möglichkeiten und recht passiver Kandidaten kann unseres Erachtens nur mit eindeutigen „Wir wollen dich“ – Signalen belastbar gepunktet werden.

Entsprechend haben geeignete Kandidaten bei progressiv rekrutierenden Unternehmen meist schon wenige Stunden nach – wenn nicht gar sofort im Anschluss an das persönliche Gespräch – ein Angebot auf dem Tisch oder in der Inbox liegen. Dieser schnelle Prozess räumt diesen Unternehmen gleich zweierlei Vorteile den langsameren Konkurrenten gegenüber ein: Zum einen fühlt sich der Kandidat verbindlich gewollt und wertgeschätzt, zum anderen kommt nun ein möglicher Konkurrent nicht um den Handkuss herum und muss vor allem ein besseres Angebot nachliefern.

Vor allem bei Unternehmen aus der Technologiebranche, die von Schnelligkeit und stetiger Weiterentwicklung lebt, ist es wohl besonders ärgerlich, Top-Talente durch mühselige Prozesse und ausgediente Wartezeiten der Konkurrenz in die Arme zu treiben. Ein Arbeitgeber, der sich mit Attributen wie „Big Data“ und „AI“ schmückt, sollte diese vor allem selbst leben können. Das Spezifizieren von klaren Prozessen kann Abhilfe schaffen, vorausgesetzt sie werden gelebt. Ganz ohne von Menschen gewollte Verantwortungsübernahme geht es dann eben doch nicht.

Mit einem professionellen Partner zum Erfolg kommen 

Personalberater können ein verlässlicher Partner und zugleich ein kompetenter Ratgeber sein, wenn es um straffe und erfolgreiche Recruiting Prozesse geht. Was als halbherziges „Muss“ in Ihrem Unternehmen gelebt wird, ist für Profis ihr täglich Brot. Ein sorgfältig aufgebautes Netzwerk an Talenten sowie das erworbene Vertrauen ebenjener Top-Kandidaten mögen letztlich über Sieg oder Niederlage entscheiden. Starke Kommunikation hebelt die Werthaltigkeit eines mühsam aufgebauten Employer Brandings und schafft Vertrauen, auch wenn es mal wieder länger dauert …

Der Autor Omer Haskic arbeitet als erfahrener Recruitment Consultant bei GKES

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